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Ursprung und Auftrag

Ursprung und Auftrag unserer Gemeinschaft

Mathilde Otto, die Gründerin der Gemeinschaft der Elisabethschwestern, wurde am 18. Dezember 1875 in Oberweier bei Lahr geboren. Sie durfte „wahrhaft gute Eltern ihr eigen nennen“, die ihrer Tochter eine gediegene Erziehung angedeihen ließen entsprechend ihrer gesellschaftlichen Stellung und der Sitte der damaligen Zeit.

An dem kleinen Mädchen traten bald schon „die Eigenschaften zutage, die wir an ihren Ahnen bewundern: …große Empfänglichkeit für das Religiöse und ein zartes Mitgefühl für andere“. In dem religiösen Geist, der in der Familie herrschte, wurden diese Eigenschaften gepflegt und gefördert.

So lernte Mathilde schon früh, ihr Leben an der Heiligen Schrift zu orientieren und in allen Fügungen und Führungen den Willen Gottes zu sehen und anzunehmen. In jungen Jahren schon war sie überzeugt, dass ihr Leben ausschließlich Gott gehören würde. Aus dieser inneren Erkenntnis heraus legte sie im Alter von 21 Jahren das Gelübde ewiger Jungfräulichkeit ab.

In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg siedelte Mathilde nach Freiburg über und arbeitete bald in den blühenden Elisabeth-Konferenzen der Stadt mit. Führende Katholiken Freiburgs, vor allem der Gründer des deutschen Caritasverbandes, Lorenz Werthmann, wurden auf sie aufmerksam. Werthmann übertrug ihr den Aufbau und die Leitung des Referats „Hausarmenpflege und Familienfürsorge“ bei Deutschen Caritasverband.

Jahrelang hatten sich alle Bemühungen Mathildes, ihre Weihe an Gott in einer klösterlichen Gemeinschaft zu verwirklichen, zerschlagen. Die caritative Tätigkeit lenkte nun ihr Augenmerk auf die besondere Not der Familie. Sie sah darin den Anruf und Willen Gottes, ihr zu helfen durch Menschen, hochherzige Frauen, die ein solches Werk, für das es kaum noch Vorbilder gab, mittragen würden.

Durch diese Erfahrungen und im ständigen Hinhören auf den Willen Gottes reifte in Mathilde langsam der Plan, eine eigene Schwesterngemeinschaft mit starker religiöser Bindung für den Dienst an und in der Familie zu gründen.

Unterstützt wurde sie in ihren Plänen von dem damaligen Dompräbendar Josef Oechsler, der ihr versprach, die geistliche Leitung einer solchen Gemeinschaft zu übernehmen.

Am Weihnachtsfest des Jahres 1925 geschah die offizielle Gründung der „Schwesternschaft St. Elisabeth“ – wie sie damals hieß.

Im Februar 1929 ging ein lang gehegter Wunsch der Gründerin in Erfüllung: Das Wöchnerinnenheim St. Elisabeth konnte im Anwesen des Mutterhauses der Schwesternschaft St. Elisabeth in Freiburg eröffnet werden.

Als geistliche Grundlage und Ausrichtung gab Mutter Mathilde der neuen Gemeinschaft das Wort Jesu Christi: Liebet einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt ihr einander lieben. Und daran will ich erkennen, daß ihr meine Jünger seid, daß ihr einander liebet (Joh 13,34).

„Diesem Wort gehorchend, macht es sich jede Elisabethschwester zum Zweck und Ziel ihres ganzen Wollens und Strebens: Ihre Seele mit dieser großen, alle umfassenden Erlöserliebe zu erfüllen und mit dieser Liebe den Dienst an den Brüdern und Schwestern zu leisten…“

„Weil aber eine so große, selbstlose Hingabe nur möglich ist und beharrlich durchgeführt werden kann, wenn die Seele einen starken, nie versagenden Antrieb hat, sei das Losungswort der Schwesternschaft: Der Wille Gottes!...“

Die Elisabethschwester sollte bei ihrem Dienst in den Familien nicht nur versuchen, der äußeren Not zu steuern, sondern auch darauf bedacht sein, „in den Familien alles zu erneuern in Christo“.

Patronin der Schwesternschaft sollte vor allem Maria sein: Das Beispiel der Jungfrau-Mutter, die „den Gott der Liebe in sich tragend, eilends übers Gebirge ging, um selbstlos zu dienen“, sollte die Elisabethschwester immer wieder betrachten und dadurch in der gleichen Bereitschaft zu wachsen versuchen.

Als zweite Patronin wählte Mutter Mathilde die heilige Elisabeth von Thüringen, die der Gemeinschaft den Namen gab, war doch diese Gemeinschaft aus der Arbeit in den Elisabeth-Konferenzen herausgewachsen.

Obwohl die Schwesterngemeinschaft auf den drei evangelischen Räten der Armut, der Jungfräulichkeit und des Gehorsams aufbaute, zählte sie nicht zu den Ordensgemeinschaften, sondern war eine „Unio pia“, eine „fromme Vereinigung“. Zu ihren teilweise ganz neuen Aufgaben gehörte ja auch die Ausübung des Hebammendienstes und der Wochenpflege. Gerade diese Tätigkeiten waren aber zur damaligen Zeit den Ordensfrauen nicht gestattet. So gab es keine Möglichkeit, bei der Religiosenkongregation in Rom um die Anerkennung als Ordensgemeinschaft nachzusuchen.

Mutter Mathilde und mit ihr die Schwestern verzichteten um ihrer Aufgabe willen in Demut auf die Ehre, als Ordensschwestern anerkannt zu sein.

Am 20. August 1933, kaum acht Jahre nach der Gründung, starb die Gründerin.

Nur wenige Monate vorher, am 30. Januar 1933, hatte das Dritte Reich seinen Anfang genommen.

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